Gazprom

23.12.2016

Gerald Asamoah: Strukturell starke U23 entwickeln

Manager Asamoah – der Publikumsliebling hat ein weiteres königsblaues Kapitel aufgeschlagen. Seit November ist „Asa“ verantwortlich für die Geschicke der U23. Auf knappenschmiede.de spricht er über seinen neuen Job, intensive Anfangstage und eine Sache, die sich nicht ändern wird.

Gerald Asamoah, wenn Sie in der Vergangenheit vom Manager sprachen, dann meinten Sie meist Rudi Assauer, der Sie einst nach Schalke lotste. Jetzt sind Sie selbst Manager. Schon Zigarren besorgt?

(lacht) Zigarren werde ich auch in Zukunft nicht rauchen. Aber im Ernst: Mit einer so großen Manager-Persönlichkeit will und kann ich mich gar nicht vergleichen. Für mich zählen jetzt die U23 und die ersten Schritte in meinem neuen Aufgabenfeld.

Knapp ein Jahr nach Ihrem Abschiedsspiel, Ihrer „letzten Schicht“ in der VELTINS-Arena, haben Sie nun einen neuen Job auf Schalke. War das bereits länger ein Ziel für Sie?

Mir war extrem wichtig, dass ich nach meiner aktiven Zeit eine zweite Karriere starte. Deshalb habe ich mich 2013 für die U23 entschieden, im Team gespielt und zugleich als Vereinsbotschafter in der Marketingabteilung gearbeitet. Das werde ich auch weiterhin tun. 2016 war ein sehr spannendes und lehrreiches Jahr für mich. Ich habe den S04-Studiengang abgeschlossen und bin nun zertifizierter Sportmanager. Zudem habe ich meine A-Lizenz erworben und war vorher bereits als Co-Trainer in der U15 tätig. Ich wollte mir verschiedene Optionen und Wege anschauen, um bestmögliche Voraussetzungen zu schaffen. Der Gedanke, irgendwann einmal in einer sportlich verantwortlichen Position zu agieren, spielte im Hinterkopf immer eine Rolle. Dass es jetzt so schnell ging – und dann auch noch bei meinem Herzensclub Schalke 04 –, dafür bin ich sehr dankbar.

Wie kam Ihr Engagement zustande?

Sportvorstand Christian Heidel und ich haben uns seit seinem Amtsantritt oft unterhalten. Wir haben dabei auch viel über die U23 gesprochen, und in diesen Gesprächen hat sich schnell gezeigt, dass wir ähnliche Ansichten und Ideen vertreten. Ich freue mich, dass ich meine ersten Erfahrungen unter ihm sammeln kann. Dadurch kann ich sehr viel lernen.

Sie sind jetzt einige Wochen im Amt. Wie lief es bislang?

Es war eine intensive Zeit. Mein Alltag hat sich stark verändert. Meine Frau hat sich in der ersten Woche bereits gewundert, warum ich so früh aus dem Haus gehe und abends erst spät zurück bin (lacht). Ich habe bisher unzählige Unterlagen eingesehen und Gespräche geführt, mich mit Spielern und Beratern getroffen, aber auch mit allen anderen Personen im Verein, die Berührungspunkte mit der U23 haben. Dazu habe ich zahlreiche Jugendspiele besucht oder auf Video angeschaut und stand bei fast allen Trainingseinheiten am Platz. Mit Blick auf die Winterpause und vor allem die nächste Saison benötige ich ein möglichst umfassendes und detailliertes Bild dieser Mannschaft. Das verschaffe ich mir im Moment.

Wie lauten Ihre Ziele, um den Stellenwert zu erhöhen?

Das Team liegt mir sehr am Herzen, auch, weil ich dort meine Karriere habe ausklingen lassen. Ich denke, es steckt noch viel Potenzial in der U23. Wir wollen eine strukturell starke Zweite Mannschaft entwickeln. Wichtig ist, dass sie als letzte und wertige Ausbildungsstufe für junge Talente gesehen wird – gerade auch von den Spielern. Es muss für die Jungs eine Ehre sein, für Schalke 04 zu spielen und unser Logo auf der Brust zu tragen. Jeder soll sich für den Verein zerreißen. Ich würde mich außerdem freu en, wenn mehr Fans zu den Spielen kommen würden.

Wie stehen Sie zur Dritten Liga?

Die ist sicherlich ein mittel- bis langfristiges Thema. Man darf allerdings nicht vergessen, dass der Weg in die Dritte Liga extrem schwierig ist. Aktuell stehen wir im unteren Drittel der West-Staffel, deshalb beschäftigen wir uns im Hier und Jetzt nicht mit solchen Fragen, sondern mit der sportlichen Realität. Klar ist: Die Prozesse, die wir nun anstoßen, brauchen viel Zeit.

Sie sind als humorvoller Mensch bekannt, Ihr Lachen ist auf Schalke legendär. Werden Sie sich in Ihrer neuen Rolle nun verändern müssen?

(lächelt) Nein, das werde ich nicht. Ich habe früher als Spieler meine  Späße gemacht, und wenn es dann auf den Platz ging, war ich voll da.  Genauso halte ich es jetzt als Manager.