Gazprom

27.12.2016

U19: Ein hervorragendes halbes Jahr

Norbert Elgert, Chef-Trainer der U19, ist niemand, der zu überzogener Euphorie neigt. Daher hat es schon etwas zu bedeuten, wenn er das erste halbe Jahr seiner Mannschaft in dieser Saison als „hervorragend“ bezeichnet. Die Schalker gingen als Tabellenführer einer in der Spitze extrem spannenden West-Staffel in die Winterferien. Im Sommer war das nicht unbedingt zu erwarten.

Nach der Vize-Meisterschaft in der Saison 2015/2016 startete der S04 mit einer extrem jungen Mannschaft in die Sommervorbereitung. Ein Großteil der Mannschaft bestand aus Jungjahrgängen, das war selbst für den erfahrenen Coach Elgert eine neue Situation. Die Vorbereitung war durchwachsen, das Team präsentierte sich noch als recht naiv, kassierte viele Gegentore. Daran schien der Saisonstart nahtlos anzuknüpfen, als die Königsblauen bei Rot-Weiß Oberhausen, dem aktuellen Tabellenletzten, nur 3:3 spielten. Doch der erste Dämpfer enpuppte sich zugleich als früher Wendepunkt.

Mussten die Schalker im ersten Duell gleich drei Treffer hinnehmen, so waren es in den folgenden 14 Spieltagen insgesamt nur noch fünf. Ein schönes Symptom. „Wir haben uns gesteigert und gut entwickelt“, sagte Elgert. „Wir verteidigen wieder traditionell gut.“ In der eigenen Staffel ist defensiv niemand besser. Auf der anderen Seite des Platzes sei die königsblaue Performance allerdings noch „ausbaufähig“, so der Fußballlehrer. „Es hätten schon zehn Tore mehr sein können, denn wir habe es eigentlich oft gut gemacht.“

Wir verlangen immer viel, aber das Team hat die Erwartungen bereits weit übertroffen.

Norbert Elgert

Das galt auch für die Spiele gegen die drei großen Konkurrenten, „starke Auftritte“, wie der Coach sie nennt: Gegen Borussia Dortmund (2:1) und den VfL Bochum (2:0) gab es Derbysiege. Gegen Bayer Leverkusen beeindruckten die Knappen und gewannen 4:1. „Das war sicher das Auffälligste der Hinrunde“, resümiert Elgert. Dass diese Punkte außerordentlich wichtig waren, zeigt die Tabelle: Hinter dem S04 lauert der BVB mit einem Punkte Rückstand, dann kommt die Werkself mit acht Zählern Differenz, vor den Bochumern, die zwar zehn Punkte weniger auf dem Konto haben, aber eben auch zwei Partien weniger absolviert. „Die Spitzengruppe ist extrem eng und stark“, betont Elgert. Umso beeindruckender letztlich die Zahlen der Halbjahresbilanz: 15 Spiele, 39 Punkte, 12 Siege, drei Remis und keine Niederlagen – damit sind die Schalker auch die einzige unbesiegte Mannschaft im Westen. „Wir verlangen immer viel“, sagt Elgert im Angesicht dieser Bilanz, „aber das Team hat die Erwartungen bereits weit übertroffen.“

Im Negativen gilt das wahrscheinlich auch für die schweren Verletzungen, die das Team ereilten; ein großer Wermutstropfen der ersten Monate. Erdinc Karakas verletzte sich in der Vorbereitung an der Schulter und brauchte lange, ehe er wieder eingreifen konnte. Die beiden Torhüter Jim Becker und Hendrik Sauter laborieren seit Wochen an ihren Blessuren. Dann mussten auch noch Kapitän Jannis Kübler sowie kurz vor der Winterpause sein Stellvertreter Weston McKennie aufgrund längerfristiger Verletzungen passen. Wann sie in der Rückrunde wieder eingreifen können, muss sich noch zeigen. „Es war beachtlich, wie die Mannschaft die Ausfälle aufgefangen hat“, erklärt der Trainer, und wünscht sich zugleich fürs neue Jahr, „dass die Verletzten schnell wieder dabei sind“.

Sie könnten dann tatkräftig mitwirken an des Trainers Plan für die kommenden Monate: „Wir wollen eine erfolgreiche Rückrunden spielen, ohne uns tabellarisch unter Druck zu setzen. Wir möchten aber oben dran bleiben.“